Wie letztes Jahr in Hamburg soll es dieses Jahr wieder ein Klimacamp geben. Und zwar im Rhein-Main Gebiet vom Montag den 17.08. bis zum Sonntag den 23.08. Direkte Aktionen, klimaneutrales Leben, und der inhaltliche Austausch über die Klimaproblematik sollen die 3 Säulen des Camps bilden. Das Camp soll horizontal und selbstorganisiert ablaufen. Unterstützung wird noch in vielen Bereichen gebraucht. Das nächste Vortreffen findet statt am Freitag den 26.06.
Hier der Aufruf:
Seit Beginn der 1980er Jahre sprechen Wissenschaftler vermehrt von einer drohenden Klimaänderung. Es ist mittlerweile unbestritten, dass der Mensch einen großen Anteil daran hat. Auch ist unbestritten, dass die Qualitäten der Umwelt und die Qualitäten des Sozialen sich wechselseitig bedingen und zumindest mittelfristig verstärkt in Beziehung zueinander stehen. Für immer mehr Menschen wird sichtbar, dass eine Ideologie und Ökonomie von Profit und grenzenlosem Wachstum eine folgenreiche Zerstörung sozialer und ökologischer Lebensräume nach sich bringt. Doch inzwischen ist alles Klimaschonend: Die US-Politik, die deutsche sowieso, Autos, und Flugreisen, überall klebt das Etikett „Klimaschonend“ nun dran. Es wurde erkannt dass sich damit prima werben lässt, und es führt zur totalen Verwässerung. Wie sollen Gruppen noch wahrgenommen werden, die ernsthaft gegen Klimazerstörung kämpfen, wenn das doch eh alle machen. Von daher wird es nicht nur Ziel sein, die Dringlichkeit des Problems bewusst zu machen, denn dieses ist größtenteils schon bewusst, sondern vor allem geht es darum sich abzugrenzen von Marktorientierten und Herrschaftsorientierten Lösungsansätzen, und ein klares Profil und eigene Positionen zu entwickeln.
Betrieb und Ausbau von Flughäfen und Müllverbrennungsanlagen wie in Frankfurt, von Atomkraftwerken wie in Biblis oder der geplante Bau des Kohlekraftwerks Staudinger stehen beispielhaft, auch über das Rhein-Main-Gebiet hinaus, für Umweltzerstörung und nachhaltige Schädigung sozialer und ökologischer Lebensqualität.
Der derzeitige beschleunigte Klimawandel ist auch Folge eines zerstörerischen Ausbeutungsverhältnisses Mensch – Natur. Dies bedeutet in vielen Teilen der Welt die Vernichtung ökologischen Lebensraums wie z.B. die großflächigen Abholzungen des Regenwaldes, die für klimatische Instabilitäten und Verwüstungen überall auf der Welt sorgen. Die Lebensbedingungen für Viele werden immer unerträglicher – Armut, Hunger, Krieg und soziale Verelendung verstärken sich oder sind direkt oder indirekt die Folge. Oftmals gibt es für die davon betroffenen Menschen nur die Flucht als letzten Ausweg.
Dieser Zusammenhang, wie auch die Wahl des Ortes für das diesjährige Klimacamp, bedingen, die Aufmerksamkeit auch auf die inneren Grenzen des nationalen und europäischen Grenzregimes zu richten. An Deutschlands Abschiebeflughafen Nr.1, dem Frankfurter Flughafen mit dem exterritorialen Internierungslager und dem Flughafenverfahren zeigt sich das ungeschminkte Gesicht eines Abschiebe- und Grenzsystems "Festung Europa" das z.B. bei uns Flüchtlinge abgeschottet wegsperrt und an anderer Stelle dem Ertrinken preisgibt.
Wir wollen mit dem Klimacamp den Versuch wagen, zum kreativen Nachdenken und Entwickeln möglicher Alternativen einzuladen. Es soll ein Ort für Netzwerke des Querdenkens und Querhandelns sein. Es soll Raum geben für vielfältige Aktionen und sinnlich erfahrbaren Protest und Widerstand.
Das Camp lebt von der Beteiligung unterschiedlicher Menschen und Gruppen die den Zusammenhang "Klimakatastrophe" und sozial-ökologische Folgen im Blick haben. Inhaltliche Beiträge von Einzelpersonen und Gruppen in Form von Workshops, Diskussions- und Informationsveranstaltungen während der 10 Tage sind notwendig und willkommen – klinkt euch ein, macht mit.
Allerdings, eine Einschränkung ist gewollt - das Camp wird keine Plattform für Wahlkampf und Vereinnahmungen jedweder Couleur sein!
Für den Auf- und Abbau des Camps werden viele kreative Köpfe und zupackende Hände gebraucht. Also auch schon vor dem 10. und nach dem 23. August sind HelferInnen sehr willkommen. Je mehr Beteiligung umso weniger Stress und umso mehr Qualität.
Das Klimacamp ist auf direkte materielle Unterstützung in Form von Geld- oder Materialspenden angewiesen.